Auf-dem-Weg3

Bretagne 2017

 
 
Die 3. Etappe im Juni /Juli 2017 ging wieder als Küstensternfahrt von zwei Standorten im Departement Finistére der französischen Bretagne aus .


              

 
Die Fahrt  mit dem französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV direkt von München aus über Straßburg nach Paris (Gare de l´Ést) über Rennes bis Brest mit insgesamt ca. 1.500 km dauerte mit zwei Stunden Aufenthalt in Paris 12 Stunden.


         






         

Solange am Bahnhof in Rennes, derHauptstadt der Bretagne


Die bretonischen, üppigen Hortensien begeisterten uns wieder.
 
            


Unsere erste Unterkunft über eine Woche war in einem Häuschen in der Streusiedlung Bréles nördlich von Brest.

 


Wir brauchten nur aus dem Haus zu gehen und waren nach 150 Metern auf dem Küstenwanderweg GR 34 im Gebiet der sog. Aber (vom Meer bei Flut überschwemmte Fjorde), hier am Aber Ildut mit einem Tidenhub von 15 Metern zwischen Ebbe und Flut.




 




Die ganze Bretagne befindet sich auf einem Festlandsockel aus hartem Granit. In der letzten Eiszeit sind die Gebiete um die Aber unter den Meeresspiegel abgesunken und bilden bei Ebbe salzwasserhaltige Seen.


            


            

Das feuchtwarme Klima durch den nahen Atlantik führt zu üppigem Pflanzenwuchs.








                    
 
Der Hafen von Ildut ist einer größten Umschlagplätze für die industriell verarbeiteten Schwarzen Algen (Seetang).




 
 
Die Gewinnung von jodhaltigen, schwarzen Algen (eine Seetangart), der auf besondere Weise an Ort und Stelle feuergetrocknet wird, ist noch heute ein lukrativer Erwerbszeig. Aus den Algen wird ein besonders von der Kosmetik-Industrie verwendeter Rohstoff hergestellt.
 
 
Eine historische Trocknungsanlage.
 


 
 
Die heutige Gewinnung und der Transport des schwarzen Seetangs erfolgt weitestgehend maschinell.


Die oft seltsam geformten Granikfelsen geben schon seit Jahrhunderten Anlass zu bewegenden Sagen und Mythen.

           



Der Ort an der Mündung des Aber Ildut in den Atlantik heißt Melon.



Eine der westlichsten Landspitzen Europas ist Pointe St. Mathieu mit dem während der Französichen Revolution zerstörten Kloster L´Abbaye.



            

Auch hier am äussersten westlichen Punkt gibt es einen Kilometerstein mit dem Km 0 wie in Fisterra westlich von Santiago de Compostella in Spanien am Ende des Jakobsweges (1.958 km entfernt von hier).
 
http://auf-dem-weg.chapso.de/jakobsweg-2010-s306586.html
 


Der rege Schiffsverkehr an dieser vorgeschobenen Landzunge erfordert  eine gute Orientierung durch ein ausgeklügeltes, heute automatisches Navigarionssystem.
Einen Leuchtturmwärter gibt es nicht mehr.






            


           

Der mit einer modernen Radaranlage versehene, sogenannte  "Semaphore" wurde respektlos nahe an die Klosterruine gebaut.

             


             

             


               

Im Laufe der Jahrhunderte sind an dieser vorspringenden Landzunge unzählige Schiffe gestrandet trotz des50 km sichtreichenden Leuchtturmes. Die Namen der wichtigsten Schiffe sind am GR 34 in mehreren Schildern aufgezählt. Hier führt die sog. "Schiffsautobahn" in und aus dem Ärmelkanal in den Atlantik entlang.


 

 


            



Die variantenreiche Vegetation an der Küstenlinie wird geschützt, um Wind- und Wasser-Erosion zu minimieren.








Ein weiterer berühmter Leuchtturm steht an der Mündung des Aber Wrac´h, wegen des diesigen Wetters kaum zu sehen. Das erklärt u.a. auch die vielen Schiffsunglücke.








In Aber Wrac´h gibt es eine bekannte Segel- ud Surfschule.








Hier am Aber Benoit und am Aber Wrac´h gibt es auch bekannte Austernzuchten....







Das tragischeste Schiffsunglück ereignete sich am 16.03 1978 an der Nordaltlantikküste vor dem Ort Portsall. Der Öltanker "Amoco Cadiz" mit 243.000 to Rohöl an Bord wurde im Sturm manövrierunfähig, strandete, zerbrach in drei Teile und das Öl ergoss sich ins Meer.


Auf einer Länge von 350 km wurde die Küste ölverseucht. 29 Küstenorte waren betroffen, klagten vor einem Chicagoer Gericht und bekamen nach 14 Jahren eine Entschädigung von 1,26 Mrd. $ zugesprochen.


Heute nach fast 40 Jahren sind alle Spuren am Strand beseitigt und das Meerwasser ist wiederkristallklar.
Die Umwelt-Gesetzgebung wurde daraufhin wesentlich verschärft.
Heue erinnert ein Museum und ein 17 to schwerer Anker der Amoco Cadiz in Portsall an diese Kartastrophe.




Das größte und wisssenschaftlich fundierteste meeresbiologische Museum Europas Oceanopolis ist in Brest.

           



In z.T. riesigen Aquarien sind auch Haie und Delphine zu sehen.




Auch Terrarien mit Ur- und Mangrovenwäldern aus anderen Teilen der Welt sind zu sehen.

           


             

Auch die Tropen- und die Polarmeere werden naturnahe gezeigt.

            



Fischottern und Pinguine werden artgerecht gehalten.

             




             

Viele Ferienorte mit hohem Erholungswert wetteifern um die Gunst der Urlauber. Wir waren noch vor der Haupt-Feriensaison dort und fanden die Strände nahezu leer vor.

           








      


             


              

Die Regenkleidung konnten wir schon gut gebrauchen.

                

Ab und zu gönnten wir uns auch mal etwas besonders Gutes wie hier ein Essen im Restaurant "L´Áuberge du Vieux Puits" mit dem Haubenkoch Jean-Pierre Stéphan in Lampaul-Plouarzel.






Das im Privatbesitz befindliche Schloss Kerg Roadez mit Park wurde in der Französichen Revolution zerstört, aber wieder aufwendig restauriert.

               


            




             




Der letzte Tag im Juni war mit bis zu 8 Windstärken der stürmischste, den wir wieder an einem Leuchtturm im Küstenort Poscaff auf dem GR 34 verbrachten.

           

 


             

Mit einer Temperatur von 16 oC war es effektiv zu kalt.
Die bei dem starken Wind gefühlte Temperatur war noch niedriger.









 


In dem größeren Ort Landerneau besuchten wir eine gut bestückte Picasso-Ausstellung.

           






    




          


          




Wieder an der Küste im Fischerdorf Penhors.




Die noch jetzt als Ruine sehr schön anmutende Kapelle Languidou wurde in der Französichen Revolution zerstört und die Bausteine z.T. anderweitig verwendet.






           


            


           




hier das Wassersportzentrum in Penhors






Ursprünglich unter einem Erdhügel befindliche, neuerdings freigelegte, keltische Kultstätte und Grabstelle...


....unweit vom Ufer des Atlantik bei Penhors



           

Ein weiterer nach Westen vorspringender Punkt in der zerklüfteten Küstenlinie ist der Pointe du Raz, auch wieder morgens im Nebel...


...am Sentier Cotier GR 34 (Küstenweg = früherer Zöllnerweg)



             


Hotel an der Baje (Bucht) des Trépasses...



...zwischen Pointe du Raz und Pointe du Van


künstlicher Steinwall gegen Hochwasser vor dem gleichnamigen Hotel an der Baje des Trépasses...


...wieder mit sehr gutem Essen

         

           

vorspringende Spitze der Pointe du Van









Unsere zweite mit dem Mietwagen erreichte Unterkunft war ein Häuschen in Plougastel St.-Germain westlich von Quimper.
 






Quimper (Unterpräfektur) besitzt eine prächtige Kathedrale, eine bekannte Keramik-Manufaktur und die Textilfabrik Armor Lux.

           


          


          


http://www.travelpic.de/Galerie_Bilder/Europa/Frankreich/Bretagne/slides/eu_fr_bretagne_029.htm



Der Mensch (Mitte) schwankt und der Richter entscheidet zwischen Gut und Böse.

               

http://www.travelpic.de/Galerie_Bilder/Europa/Frankreich/Bretagne/slides/eu_fr_bretagne_028.htm


            


            

im Stadtpark von Quimper

            
 
 

 

Der Botanische Garten La Cornouaille (westlich von Quimper) ist sehenswert wegen seiner exotischen Pflanzen und Bäume, die es sonst nur im milden Klima des Mittelmeeres gibt.





           







Der älteste Kalvarienberg (Calvaire aus der Mitte des 15. Jahrhunderts) steht vor der kleinen Kirche Notre-Dame-de-Tronoén...
      
         

...mit ziemlich verwitterten Figuren

           


          
 
Die meisten jüngeren Kalvarienberge in der Bretagne gibt es nordöstlich der Montes d´Árrée
[siehe http://auf-dem-weg2.chapso.de/bretagne-2015-s257358.html
Bretagne 2015 Nr. 8: Die eingefriedeten Pfarrhöfe (les Enclos Paroissiaux)].

           
        


Am Pointe de Penmarc´h gibt es gleich zwei Leuchttürme von unterschiedlicher Höhe und ein Semaphore.

            

Der größere Turm wurde dem Prinz von Eckmühl gewidmet, der seinen Namen und Status von Napoleon verliehen bekommen hat, weil er im Krieg gegen die Österreicher als Sieger in mehreren Schlachten (u.a. bei Eckmühl) hervorgegangen war.


Die innere Wendeltreppe ist ausgelegt mit opalfarbenen Platten.
 


          





Die Blicke vom Leuchtturm.




Bootsfahrt auf dem Fluss Odet...


beginnend am Yachthafen vom Ort Benodet....


...vorbei an einsamen, malerischen Buchten und schönen Villen (u.a. von Emil Zola) und Schlössern.

         




        
          

Einfahrt vom Atlantik in den Hafen von Benodet.




Douardenez liegt an drei Buchten, in denen sich regelmäßig große Schwärme von Sardinen jedes Jahr von Juni bis Oktober aufhalten, in Netzen gefangen, sogleich am Fischereihafen verarbeitet und in Dosen gefüllt werden.





In den anderen beiden Häfen sind die Liegeplätze für die Fischerboote und die Freizeitboote.

            


              

Altstadt von Douardenez



           

Fischfabrik für die Sardinendosen der Marke "Connétable".



           

Einfahrt mit Ziehbrücke zum Yachthafen (Port de Plaisance)




Am 08. Juli 2017 fuhren wir mit dem Mietwagen nach Brest zurück....

          

... und besichtigten am Abend noch das Denkmal zu Ehren der gefallen amerikanischen Soldaten im ersten Weltkrieg 1914-18.


Kommerzieller Hafen von Brest.



Seenot-Rettungskreuzer im Hafen


    
Bahnhof von Brest im Art deco-Stil

         





            


Inklusive zwei Stunden Aufenthalt in Paris waren wir nach 12 Stunden Fahrt im TGV wieder am Abend um ca. 21 Uhr in München...

 
        

...mit sehr schönen Erinnerungen aus einer ganz anderen Welt.


geflügeltes bretonisches Wort:

"Tout commence en Finistére". (Alles beginnt am Ende der Welt.)



                                                      ***




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